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erlebnis
Kennen sie das Lied von Rainhard Mey "Über den
Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.."? Auch wir haben immer
wieder mal davon geträumt durch die Luft zu gleiten und eines der letzten
romantischen Abenteuer unserer Zeit selbst zu erleben und zu erfahren,
dabei den Alltag und das Irdische zu vergessen.
Der
Weihnachtsmann brachte uns einen Gutschein für einen Ballonflug mit freier
Terminwahl, und so starteten wir unser Unternehmen "Nervenkitzel" nach
einigen wetterbedingten Absagen am Abend des 20. Juli 2002 in Münster.
Am vereinbarten Treffpunkt angekommen,
wurden wir von der Crew des Balloncharters herzlich in Empfang genommen
und los ging es zu dem Startplatz, einer Wiese in unmittelbarer Nähe.
Pilot Ulli wies uns schnell, aber bestimmt
in die Sicherheitsvorschriften und unsere Tätigkeiten zur
Startvorbereitung ein. Ballon in Windrichtung entfalten, Kronenleine
stramm halten etc. während er selbst recht zügig den Korb nebst Brenner
aufrüstete. Anschließend wurde der Ballon mittels eines starken Gebläses
mit
kalter
Luft gefüllt, danach kommt der Brenner zum Einsatz. Langsam richtet der
Ballon sich auf und wird von uns während des Heizvorgangs mit der
Kronenleine gesichert, um ein Überpendeln zu vermeiden. Alle helfen mit,
um den Start vorzubereiten. Dem Piloten entgeht keine Unaufmerksamkeit,
denn Sicherheit ist das oberste Gebot, Ulli aber strahlt dennoch Ruhe und
Gelassenheit in allen seinen zielsicheren Aktionen aus. Ein Profi halt.
Während wir noch in aller Eile ein paar
Photos machen, kommt auch schon das Kommando, an Bord des Ballons zu
kommen. Nun ein paar Feuerstöße und eh wir uns versehen haben, heben wir
auch schon ab in den Abendhimmel über Münster.
Dieser
Moment ist wahrscheinlich der Schönste. Unmerklich steigen wir scheinbar
schwerelos auf und blicken hinunter auf die auf der Erde Verbleibenden,
die unser Entschweben mit sehnsüchtigen Blicken verfolgen. Ein glücklicher
Moment! Von oben beobachten wir wie der zweite Ballon aufsteigt. Wiesen,
Hecken, Kornfelder- das ganze Panorama des Münsterlands mit einem Blick.
Lautlos schweben wir dahin, lediglich der einsetzende Brenner unterbricht
die himmlische Stille. Kein Schaukeln, kein Ruckeln weder Schwindel- noch
Höhengefühle stellen sich ein. Pilot Ulli liefert uns die Erklärung: "Der
Ballon nimmt ohne Widerstand sanft und unmerklich die Geschwindigkeit des
Windes auf. Hier oben ist es deshalb auch windstill und das menschliche
Auge gekoppelt mit dem Gleichgewichtssinn wird beim Ballonfahren nicht
irritiert."
Befürchtungen,
dass es oben vielleicht etwas kühler ist als am Boden, werden schnell
zerstreut. Die Wärmeabstrahlung des Brenners und die Windstille wirken
einer Temperaturabnahme entgegen. Mitunter ist es es bis zu 10 Grad wärmer
als am Boden. Wir entledigen uns kurzerhand unserer Pullover und Jacken.
Andachtsvoll genießen wir die luftige Höhe und den herrlichen Blick über
Münster und Umgebung. Alles verschmilzt zu einem unvergesslichen Eindruck
der Sinne. In der Tat ein "Stehplatz am Himmel" allerdings erster Klasse.
Während wir sprachlos und staunend in
einer Höhe von 850 m über dem Meeresspiegel und einer Geschwindigkeit, die
ca. 14.4 km entspricht, die Blicke in die Ferne schweifen lassen, behält
Pilot Ulli die Instrumente wie Höhenmesser, Variometer, Hüllenthermometer
und das GPS im Auge; ihm scheint kein Detail zu entgehen.
Nach
einer Strecke von 8 km und einer Fahrzeit von 1 Stunde und 20 Minuten hat
Ulli unseren Landeplatz, eine Wiese, ausgemacht und gibt den Verfolgern
per UKW-Funk unseren Zielort bekannt. Während wir den Sonnenuntergang
genießen gibt der Pilot die letzten Anweisungen für die bevorstehende
Landung. Landungen, so Ulli, sind überall erlaubt, dennoch sollte man
Rücksicht üben und keine größere Flurschäden anrichten. Für eine
Entschuldigung bei den Eigentümern, hält Pilot Ulli immer eine besondere
Flasche Münsterländer Korn an Bord bereit.
Leicht schwebt der Ballon auf die
angepeilte Wiese ein, und während wir aus Sicherheitsgründen in die Hocke
gehen, um den Landestoß abzufedern. Es ruckelt einmal und dann hat uns die
Erde wieder.
Nachdem die Geräte gemeinsam wieder
verpackt wurden, kommen wir zu der traditionellen Ballonfahrertaufe, von
der wir an anderer Stelle schon berichtet haben. Die Zeremonie bildet den
krönenden Abschluss eines gelungen Abends mit Erinnerungen und Eindrücken,
die uns nachhaltig berührt haben.
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