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GOOD-BYE HOWARD

 

 

Presse

 

Oberhausen | Südafrika

 

Seine erste Begegnung mit dem Medium Film hatte Carpendale als Jungstar, da durfte er mal singender Weise mit einem Motorboot über den Wörthersee fahren. Danach folgten noch ein paar weitere Engagements. Im Sommer 1984 drehte er in seiner südafrikanischer Heimat den Film "Niemand weint für immer" Ja Howard, leider kein großer Hit. 1993 kam die 12-teilige Serie "Matchball" via RTL in unsere Wohnzimmer. Trotz guter schauspielerischer Leistungen leider auch kein Riesenerfolg.

 

Uns persönlich hat dann aber der Fernsehfilm, mit dem Howard gleichzeitig sein neues Album "Alles OK" vorgestellt hast, am besten gefallen. Howard Carpendale nimmt uns mit auf eine eindrucksvolle Rundreise durch Kapstadt und Umgebung! Er führt uns an die Orte, die für ihn ganz persönlich von großer Bedeutung sind: Die Bühne, auf der seine Karriere begonnen hat, der Park, der nach seinem Vater benannt wurde, seine Lieblingsstrände...

 

Tafelberg/Kapstadt; SA TourismHoward Carpendale - Mein Kapstadt

S
chon als junger Mann wanderte er - nach dem Abitur, dem Militärdienst und einem angefangenen Studium - nach England aus und kam dann bald darauf als Sänger nach Deutschland. Und auch wenn er inzwischen einen weiteren Wohnsitz in Florida hat und dort einige Jahre seines Lebens verbracht hat: Die meiste Zeit seines bewussten Lebens hat er in Deutschland zugebracht und wenn er irgendwo im Ausland gefragt wird, wo er herkommt, dann antwortet er spontan:" From Germany".

Trotzdem hat er die Bindungen zu Südafrika, seinem Geburtsland, nie ganz verloren - nicht nur, weil seine Mutter immer noch in Howards Geburtsort Durban wohnt. "Wenn ich nach Südafrika fliege und dort aus dem Flugzeug steige, dann rieche ich richtig wieder die Luft meiner Kindheit", sagte der Künstler einmal. "Es ist ein seltsames Gefühl - ich kann es nicht anders beschreiben."

Der Oktober 2000 brachte für den Künstler ein ganz besonders Wiedersehen mit seiner alten Heimat. In Durban und am Kap drehte er mit einem Fernseh-Team des Bremer Fernsehens eine Sendung mit dem Titel "Howard Carpendale - Mein Kapstadt".

Durban City Hall; SA TourismDiese Sendung hatte ein Interessantes Format: Der Künstler stellte einerseits sein neues Album "Alles OK" an den schönsten Orten der Kaplandschaft und Durbans vor. Zugleich aber erzählte er als Moderator der Sendung von seinen persönlichen Erlebnissen und seinen Gefühlen zu diesem Land.

"Ich habe dabei versucht, nicht einfach den Reiseführer zu spielen, sonder ich wollte dem Zuschauer das Gefühl geben, er ist ein guter Freund, dem ich ganz privat meine Heimat zeige - und dabei natürlich auch meine persönlichen biographischen Beziehungen dazu erzähle", sagte der Künstler dazu in einem Interview.

"Wir haben 10 Tage 10 bis 14 Stunden am Tag bis zu Erschöpfung gedreht - aber es hat sich, glaube ich, gelohnt. Es gab viele Höhepunkte für mich in dieser Sendung: Ich besuchte die Orte meiner Kindheit und Jugend und sah die schönsten Landschaften am Kap. Aber ein Drehtag hat mich persönlich besonders beeindruckt: Es war unser Besuch in einer schwarzen Township, dem Mandela-Park. Sie diente als Hintergrund für meinen Titel "One day we'll be united". Ich hatte - ehrlich gesagt - etwas Angst davor: Da kam ein Kamerateam aus der Welt der Reichen und Satten, um eine Elendssiedlung zu besuchen und für Filmaufnahmen zu benutzen. Aber wir hatten uns vorgenommen, nicht nur die "Schokoladenseite" meiner Heimat zu zeigen.

Dann aber passierte etwas, was ich mein Leben lang nicht vergessen werde: Wir wurden mit einer Herzlichkeit empfangen, die kaum zu beschreiben ist. Und als der schwarze Bürgermeister mich nach den Dreharbeiten umarmte und sagte: "Hey Man - you are my brother", da war das schon ein bewegender Augenblick..."

 

Die Apartheid Problematik kommt nach meinem Geschmack sicherlich in diesem Film etwas zu kurz oder gar zu schön weg - ein kleines Manko - vielleicht aber wäre eine intensivere Beschäftigung  für die Intention des Films auch nicht allzu förderlich.

Carpendale selbst, das ist bekannt, hat sich in Liedern und Talkshows immer mit dem Problem der Apartheid auseinandergesetzt.  Lieder wie "Johannesburg", "Jede Farbe ist schön" und "Der Junge aus Soweto" beschäftigen sich mit diesem Thema. Dennoch warnt er immer wieder vor einer naiven Vorstellung, mit einem Schlag die Rassengleichheit zu erzwingen. "Wir müssen mit Südafrika Geduld haben, the ship is moving" ist sein Credo.
 

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