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2. Adventswoche
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Der heilige Nikolaus
Der
heilige Nikolaus dürfte beinahe weltweit der populärste Heilige sein. Die
Feste und Gebräuche zu seinen ehren gehen wohl auf zwei Männer gleichen
namens zurück: Abt Nikolaus von Sion und Nikolaus, Bischof von Myra in der
Türkei. Er galt als barmherzig und sehr mildtätig: Alles, was er besaß und
darüber hinaus noch erbetteln konnte, verschenkte er an Arme und an Kinder.
Von den beiden Heiligen, die im Laufe der Zeit
zu einer Gestalt verschmolzen, werden zahlreiche Legenden erzählt. Sie
kennzeichnen den heiligen als Ehestifter, Retter aus Sturmes- und
Hungersnot. Helfer der Gefangenen, Schutzpatron des Eigentums und der Diebe,
aber vor allem als Freund und Beschützer der Kinder. Deshalb ist das Fest
seiner Verehrung vor allem auch ihr Fest.
Bereits im 6. Jahrhundert wurde zu Ehren des
heiligen Nikolaus eine Kirche in Konstantinopel erbaut, die Kaiser Justitian
in Auftrag gegeben hatte. Auch in unseren breiten wurden seit dem 11.
Jahrhundert zahlreiche Kirchen dem heiligen Nikolaus geweiht, vor allem die
Kirchen der Hafenstädte trugen seinen Namen.
Sein Namenstag, der 6. Dezember (übrigens auch
sein Todestag), fällt in eine Zeit in der die Bauern ihre Vorräte für den
Winter herrichteten. Früher wurde zu dieser Zeit auch geschlachtet.
In
der Weihnachtszeit war Nikolaus lange Zeit der einzige, der den Kindern
Gaben brachte. Erst etwa ab dem 18. Jahrhundert hat das Christkind ihn
sozusagen abgelöst. Martin Luther war es, der den Nikolaus fast arbeitslos
machte. Im 16. Jahrhundert wetterte der Kirchenreformator gegen die
Verehrung von Heiligen und lehnte Sankt Nikolaus als einen Gabenbringer ab.
Statt dessen machte er den Geburtstag des Herrn zum Gabentag: den Heiligen
Abend. Und ließ das Christkind die Geschenke bringen. Der heilige Nikolaus
darf seither eigentlich nur noch an seinem Todestag die Socken und Schuhe
füllen. Eine Legende über den Nikolaus aus dem 9. Jahrhundert erzählt
beispielsweise von einem gottesfürchtigen Mann, der so arm war, daß er
seinen drei Töchtern keine Aussteuer geben konnte. In seiner Verzweiflung
wußte er keinen anderen Rat, als die Mädchen "zu Liebesdiensten auf die
Straße zu schicken". Um dies zu verhindern, warf Sankt Nikolaus drei Klumpen
Gold durch den Kamin der Familie. Sie fielen direkt in die zum Trocknen
aufgehängten Socken. Daher stammt der Brauch, am Vorabend des 6. Dezember
möglichst große Schuhe vor die Tür zu stellen...
Im Brauchtum der einzelnen Völker entwickelte
sich das Fest des heiligen Nikolaus in zahlreichen Formen. Dazu gehört auch
das Auftreten seiner Begleiter: maskierte Gestalten, Engel, Heilige, Bauern,
Handwerker und wilde Gesellen.
Ebenso
vielschichtig wie die Bräuche sind auch die Bezeichnungen und die Funktionen
von Nikolaus und seinen Begleitern: Zinterklos, Sünnerklaas, Samichlaus,
Nikolo oder einfach Helje... Dem deutschen Nikolaus entsprechen Santa Claus
in England und Sinter Klaas in den Niederlanden.
Sein bekanntester Begleiter dürfte Knecht
Ruprecht sein, auch Beelzebub, Pelzprecht oder Pelzmärte, Rasselbock,
Klaubauf oder Krampus genannt. Häufig tragen diese Begleiter furcht
erregende Masken, zottelige Pelze und sind mit Ketten oder Ruten bewaffnet.
Immer bilden sie einen krassen Gegenpol zu der eher feinen, freundlichen
Erscheinung des Nikolaus. Während dieser für die Belohnung der Kinder
zuständig ist, sorgt sein finsterer Begleiter für die Bestrafung der
Unerzogenen und Ungehorsamen.
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