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Indian Summer
Der
amerikanische Schriftsteller John Bradbury schrieb 1871: "The air is
perfectly quiescent and all is stillness, as if Nature, after her exertions
during the Summer, were now at rest.." und charakterisierte damit die
Jahreszeit, die man in Nordamerika den Indian Summer nennt. Dort wird die
Jahreszeit folgendermaßen definiert:"The term
'Indian Summer' dates back to the 18th century in the United States. It can
be defined as 'any spell of warm, quiet, hazy weather that may occur in
October or even early November.' Basically, autumn is a transition season as
the thunderstorms and severe weather of the summer give way to a tamer,
calmer weather period before the turbulence of the winter commences." ..der
Zauber von warmen, ruhigem, dunstigem Wetter, welches meist im Oktober oder
Anfang November aufkommt. Der Herbst wird als eine Übergangszeit betrachtet,
die nach den Stürmen und Unwetter des Sommers nun Raum gibt für eine
gebändigte, ruhige Wetterperiode bevor die Winterstürme beginnen.
Im allgemeinen
wird er mit einer ungewöhnlichen Hochdrucklage mit trockenen und nebeligem
Wetter und südlichen und südwestlichen Winden assoziiert.
Manche 'Wetterfrösche' behaupten sogar, dass ein
richtiger Indian Summer erst nach dem ersten Frost Einzug halten kann. Will
man das Indian Summer Phänomen örtlich festmachen, so besteht dahingehend
Einigung, dass man ihn von den Mid-Atlantic States nach Norden bis hinein
nach New England und westlich entlang dem Ohio Valley, Great Lakes, Midwest
und den Great Plains States beobachten kann. Kurzum alle Gegenden, die auch
einen richtigen Winter haben. Wenn die Natur die Wälder anmalt und man keine
Chance hat, das grandiose Natur-Schauspiel vor Ort als "Leafpeaper
(Indian-Summer Tourist) mitzuerleben - kann es über die Webcam auf der Seite
Neu-England.
Über die Herkunft der Bezeichnung dieser
Jahreszeit als 'Indian Summer' ranken sich viele Geschichten und Legenden.
Eine
davon besagt: der Name "Indian Summer" stammt von einer alten indianischen
Legende, nach der das Rot der Bäume das Blut eines erlegten Bären
symbolisieren soll. Andere Theorien in der Literatur, schreiben diesen
Begriff einem gewissen St. John de Crevecoeur zu, der in einem Brief "German-flats,
17 Janvier, 1778" die nachfolgend beschriebene Jahreszeit als Indian Summer
bezeichnete: "Sometimes the rain is followed by an interval of calm and
warmth which is called the Indian Summer; its characteristics are a tranquil
atmosphere and general smokiness. Up to this epoch the approaches of winter
are doubtful; it arrives about the middle of November, although snows and
brief freezes often occur long before that date." Da aber der Verfasser
diesen Begriff augenscheinlich kannte, geht man davon aus, dass er folglich
schon vor ihm existent gewesen sein muss.
Oft wird auch vermutet, dass die Bezeichnung etwas
mit Indians (den Indianer) zu tun hat. In der Tat war dies die Hauptsaison
für die Jagd und nebeliges Wetter begünstigte die Jäger unentdeckt zu
bleiben. Um diesen Effekt noch zu verstärken zündeten die Indianer sogar das
Präriegrass an. Wiederum andere Berichte besagen, dies sei die Zeit gewesen,
wo die Indianer die Weißen angegriffen haben, bevor es Winter wurde oder
dies sei die Erntezeit für die Indianer gewesen oder die südwestlichen
Winde, die zu dieser Zeit aufkommen, seien der Segen und die Wohltat eines
Gottes der Wüste im Südwesten gewesen.
Noch
abenteuerlicher klingt die Geschichte eines gewissen H. E. Ware, der
feststellte, dass die Schiffe, die in dieser Zeit den Indischen Ozean
überquerten eine I.S. Markierung an ihrem Schiffsrumpf "at the load level
thought safe during the Indian Summer" hatten.
Wie auch immer, keine der Hypothesen ist
wissenschaftlich bewiesen, fest steht auf jeden Fall, dass das rotgelbe
Farbenspiel der Laubbäume in dieser Jahreszeit unzählige Dichter, Künstler
beflügelte, diese in Worten und Bildern festzuhalten und bis zum heutigen
Tag Jung und Alt immer wieder als Naturschauspiel fasziniert.
Biologisch wird die märchenhafte Farbenpracht so
erklärt: wenn die Temperaturen sinken, blockiert eine korkhaltige Substanz
den Flüssigkeitsaustausch zwischen Blättern und Ästen. Der Chlorophyllgehalt
der Blätter sinkt. Der Zucker in den Blättern lässt sie dann in warmen
Farben strahlen.
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