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Muttertag-Historie
Einführung
des Muttertages in Deutschland
Von den Vereinigten Staaten wurde die neue Form
des Muttertages unter anderem auch in vielen Ländern in Europa übernommen.
Nach dem ersten Weltkrieg hielt dann der Muttertag
auch in Deutschland seinen Einzug. Maßgeblich daran beteiligt war der
'Verband der Deutschen Blumengeschäftsinhaber', der mit kostenlosen
Blumensträußen und Geschenkaktionen in Krankenhäusern und Altenheimen einen
Werbefeldzug für den Muttertag startete. Offiziell wurde er zum ersten mal
1923 gefeiert.
In der Weimarer Republik sah die bürgerliche
Frauenbewegung in ihm ein 'Bekenntnis zum tiefsten Wesen wahren Frauentums'.
Einen faden Beigeschmack bekam der weltliche
Muttertag dann unter dem Nazi-Regime. 1933 legten die Nazis den Muttertag
auf den zweiten Sonntag im Mai fest, und Muttertagsfeiern wurden zum festen
Bestandteil des NS-Feierjahres und auch zum Kult um die Familie. 1938
schließlich wurde der Termin auf den dritten Sonntag im Mai fixiert und das
Mutterkreuz (Ehrenkreuz der deutschen Mutter) eingeführt, welches 'erbreine
Mütter' für ihre 'Leistungen an der Geburtenfront' auf Antrag je nach Anzahl
der gesunden arischen Kinder in Bronze, Silber und Gold erhalten konnten.
Die NSDAP machte aus der Ehrung der Mütter eine Art Leistungswettbewerb,
einen völkischen 'Gebär-Muttertag'. Deshalb galt der Muttertag in
Deutschland noch lange danach als Erfindung der Nationalsozialisten.
In den kommunistischen Ländern wurde der Muttertag
später als 'Internationaler Frauentag' auf den 8. März festgelegt. Auch hier
wurden die Frauen geehrt und bekamen von der Partei darüber hinaus
Gelegenheit, staatliche Kredite 'abzukindern', dem Staat folglich 'neue
sozialistische Menschen' zur Verfügung zu stellen.
In der Bundesrepublik wurde der Muttertag nach dem
2. Weltkrieg entpolitisiert, und es folgte ein Rückzug der Muttertagsfeiern
in den privaten Bereich. Man terminierte ihn nun wieder auf den zweiten
Sonntag im Mai. Zu Beginn wurde er auch noch begleitet von den
Straßensammlungen des Mütter-Genesungswerks, um Müttern Zuschüsse für
Kuraufenthalte oder Erholungen zu ermöglichen. Heutzutage begehen wir den
Tag zu Ehren der Mutter oftmals, indem die Kinder (auch die erwachsenen
Kinder) sich bei ihren Müttern mit Blumen oder kleinen Geschenken bedanken,
Wünsche erfüllen oder liebe Grüße senden oder sich zum Essen ansagen. Auf
jeden Fall ein Fest in der Familie. Waren in den Anfangszeiten noch eine
Flasche 'Doppelherz' oder eine Schachtel 'Mon Chérie' die saisonalen Renner,
so sind die heutigen Liebesbeweise so mannigfaltig und reichen vom simplen
Blumenstrauß über sämtliche Varianten der Kosmetika, Medikamenten gegen das
Altern, Spitzendessous bis hin zu speziellen Muttertagsuhren und -handys.
Wenn man der Werbung Glauben schenkt, dann ist alles möglich und erlaubt
wenn der zweite Sonntag im Mai kommt und es wieder heißt: "Alles Gute zum
Muttertag!" |